Weitere Initiativen

Online-Petition: Erste-Hilfe-Hotline nach Polizeigewalt:

https://www.change.org/p/erste-hilfe-hotline-nach-polizeigewalt-jetzt-bundesweit-einf%C3%BChren

2025

In Gedenken an einen 32jährigen Mann

03.10.2025, JVA Uelzen

Der Tod eines 32-jährigen Mannes in den frühen Morgenstunden des 3. Oktober in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Uelzen ist jetzt ein Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft. Das hat die Staatsanwaltschaft Lüneburg am Freitagmorgen auf AZ-Anfrage bestätigt. Ein Todesermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Die Leiche wurde beschlagnahmt und vom Amtsgericht Lüneburg die Obduktion am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) angeordnet. Da der Tod in amtlichem Gewahrsam eingetreten sei, erfolge diese Sektion obligatorisch, so Wiebke Bethke, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Lüneburg.

Dass der Mann freitags im Uelzener Gefängnis gestorben war, erfuhr seine Familie erst drei Tage später, wie die Schwester schildert. Laut ihren Angaben habe der Hausarzt des 32-Jährigen einen Anruf von der Polizei erhalten, sei dann zur Familie gekommen und habe die Todesnachricht überbracht. „Uns hat über das ganze Wochenende kein Mensch angerufen, obwohl unsere Kontaktdaten bekannt waren“, sagt die Schwester, die einen Anwalt eingeschaltet hat.

Justice for Nelson

01.08.2025, JVA Ottweiler

Wir erinnern – Wir fordern Gerechtigkeit!

Nelson war 15 Jahre alt. Ein Kind. In der JVA Ottweiler (Saarland) wurde er unzureichend mit Essen versorgt, brutal von Wärtern zusammengeschlagen und anschließend tot in seiner Zelle aufgefunden. Der Staat behauptet, er habe sich selbst das Leben genommen. Wir wissen: Nelson wurde getötet.

Sein Tod ist kein Einzelfall. Er reiht sich ein in eine Kontinuität rassistischer staatlicher Gewalt gegen Schwarze Menschen.
Wir trauern um Nelson und alle anderen, die uns der Staat genommen hat und wir werden gemeinsam laut.

Wir verweigern das Vergessen, deshalb sagen wir laut: Kein Vergeben – Kein Vergessen!
Schließt euch zahlreich dem Kampf für eine Welt ohne rassistische Gewalt, ohne Knäste, ohne Unterdrückung an.

In Gedenken an Sonia Omoroghomwan

28.05.2025, Berlin

In Gedenken an Bilal K.

26.06.2025, Wangen

Gerechtigkeit für Lorenz

20.04.2025, Oldenburg

Am 20. April 2025, in der Nacht zu Ostersonntag, kam es in der Oldenburger Innenstadt zu einem tödlichen Polizeieinsatz, bei dem unser geliebter Lorenz ums Leben kam. Er war erst 21 Jahre alt voller Energie, Ideen und Lebensfreude. Seit dieser Nacht ist nichts mehr, wie es war. Wir, seine Mutter, Familie und engsten Angehörigen, stehen vor einem unermesslichen Verlust.

Nun hat die Staatsanwaltschaft entschieden, Anklage wegen fahrlässiger Tötung zu erheben. Diese Entscheidung ist kein Zeichen von Gerechtigkeit, sondern Ausdruck mangelnder Verantwortungsübernahme in Fällen tödlicher und rassistischer Polizeigewalt. Wir fordern, den Tod von Lorenz als das zu behandeln, was er ist: kein tragischer Unfall, sondern ein schweres Unrecht.

Lorenz war ein junger Schwarzer Mann. Sein Tod steht in einer Reihe tödlicher, rassistischer Polizeigewalt in Deutschland. Wir werden nicht schweigen, bis die Umstände seines Todes vollständig aufgeklärt sind.

Dank eurer bisherigen Spenden konnten die Beerdigung und juristischen Kosten bis zur Entscheidung der Staatsanwaltschaft gedeckt werden. Doch um den juristischen Weg fortzusetzen, unabhängige Gutachten zu erstellen und Gerechtigkeit zu erkämpfen, brauchen wir weiterhin Unterstützung.

Auch für psychologische Begleitung und Öffentlichkeitsarbeit sind Mittel notwendig, um mit dem Verlust umzugehen und auf tödliche Polizeigewalt aufmerksam zu machen. Lorenz soll nicht vergessen werden: Sein Name steht für all die Leben, die durch rassistische Gewalt und fehlende Rechenschaft verloren gehen.

Den Spendenaufruf findet ihr hier.

In Gedenken an Emal F.

17.04.2025, Hamburg

In Gedenken an Mohamed E.

16.04.2025, Dachau

In Gendenken an Najib Boubaker

14.03.2025, Dortmund

Gerechtigkeit für Qabel

04.03.2025, Nürnberg

Qabel wurde am 4. März 2025 in seiner Wohnung in Nürnberg durch einen Polizisten erschossen. Qabel wurde 38 Jahre alt und hinterlässt zwei Kinder im Alter von 19 und 16 Jahren.

Wir, seine Eltern, seine vier Geschwister, seine beiden Kinder, seine ganze Familie und Angehörigen stehen fassungslos vor dem tragischen Verlust unseres Vaters, unseres Sohnes und Bruders.

Der Polizist sollte einen Haftbefehl vollstrecken, der im Juli 2024 ausgestellt wurde. Der Haftbefehl war aus mehreren Gründen nichtig, u. a. war er nicht von einem Richter unterschrieben, er war handschriftlich an mehreren Stellen korrigiert worden und er entbehrte der Grundlage: Es bestand zu keinem Zeitpunkt Fluchtgefahr.

Wir, Qabels Familie, wissen bis heute nicht, warum der Polizist ihn erschossen hat.

Qabel war Trainer des Kampfsports Wing Tsun. Er hat viele Kinder und Jugendliche trainiert und ihnen allen ein neues Selbstwertgefühl vermittelt. Bei den Kindern war er überaus beliebt. An seinem Grab haben viele Kinder eine Choreographie aus dem Training aufgeführt und sich zum Abschied vor ihm verneigt. Rund 500 Menschen haben am Tag der Beisetzung am 11.3.2025 von Qabel Abschied genommen.

Wir wollen Gerechtigkeit für Qabel und seinen Tod infolge von Polizeigewalt juristisch aufklären. Außerdem wollen wir Qabels Kinder für ihre Ausbildung unterstützen.

Für eure Spende danken wir euch sehr herzlich.

Spendenlink

2024

In Gedenken an Fethullah Aslan

25.11.2024, Berlin

Wir gedenken Fethullah Aslan, der am 25. November 2024 in der psychiatrischen Abteilung eines Berliner Krankenhauses starb. Er war 28 Jahre alt. Nach offizieller Darstellung soll er „Suizid“ begangen haben.

Der junge kurdische Mann war vor politischer Verfolgung und Folter aus der Türkei nach Deutschland geflohen. Die deutschen Behörden lehnten seine Asylanträge jedoch ab. Als er beim BAMF aufgefordert wurde, ein Dokument zur „freiwilligen Rückkehr“ in die Türkei zu unterschreiben, brach er zusammen. Die Asylbehörde verständigte die Polizei, die ihn fesselte und in ein nahegelegendes Krankenhaus brachte. Dort wurde er mit Medikamenten ruhig gestellt und in eine Psychiatrie verlegt.

Um gegen seine drohende Abschiebung zu protestieren, begann Fethullah Aslan einen Hungerstreik. Am 25. November wurde er in der psychiatrischen Einrichtung tot aufgefunden. Er soll sich eine Tüte über den Kopf gezogen und sich auf diese Weise selbst erstickt haben. Diese Darstellung wirft jedoch viele Fragen auf: So wurde Fethullah Aslan laut einem Zeitungsbericht rund um die Uhr von Kameras und Sicherheitskräften überwacht. Es ist unklar, wieso sein „Suizid“ nicht bemerkt wurde. Der Onkel von Fethullah Aslan war während des Hungerstreiks noch mit seinem Neffen in Kontakt und beschreibt ihn als sehr kämpferisch. An der Suizid-These hat er große Zweifel.

In Gedenken an U.Z.

19.07.2024, JVA Heidering

In Gedenken an Mohammad Z.

30.06.2024, Nürnberg

Justice for Fartoun Ali Haroun

15.06.2024, JVA Preungesheim

Vor einem Jahr, am 15. Juni 2024, starb Fartoun Ali Haroun – eine junge Schwarze Frau aus Somalia im Alter von nur 36 Jahren – in der JVA Preungesheim. Sie starb, weil ihr die medizinische Hilfe verwehrt wurde, die sie dringend gebraucht hätte.
Am 15. Juni 2025 um 17 Uhr wollen wir an der Konstablerwache zusammenkommen – um Fartoun zu gedenken und gemeinsam Gerechtigkeit zu fordern. Denn Gedenken heißt kämpfen – gegen einen rassistischen und ableistischen Staat und seine Institutionen! Wir fordern: Aufklärung und Gerechtigkeit für Fartoun – und für alle Opfer staatlicher und polizeilicher Gewalt!

In Gedenken an Lamin Touray

30.03.2024, Niemburg

Solidaritätskreis Justice for Ibrahima Barry

06.01.2024, Mülheim an der Ruhr

Am 6. Januar 2024 hat die Polizei in Mülheim an der Ruhr Ibrahima Barry getötet.

Ibrahima kam aus Guinea nach Deutschland mit der Hoffnung auf ein schönes Leben. Anstatt Unterstützung hat Ibrahima Ausgrenzung erlebt und die ständige Verweigerung einer Arbeitserlaubnis.

Ibrahima wurde das Leben durch die Grenzen außerhalb und innerhalb Deutschlands ständig schwer gemacht. Bis er letztendlich von der Polizei unter anderem durch den Einsatz von Tasern und körperlicher Gewalt getötet wurde.

Wir weigern uns Ibrahima zu vergessen und die Polizei mit dieser grausamen Tat durchkommen zu lassen.

Ibrahimas Tod ist kein Einzelfall. Es ist der systematische Rassismus der Polizei, die dieses Jahr bereits mindestens 18 Menschen durch Schüsse getötet hat. 2023 sind mindestens 43 Menschen durch Polizeigewalt gestorben.

Wir wissen, dass es sich um migrantisierte Menschen, armutsbetroffene Menschen und Menschen in psychischen Krisen handelt.

Es wird keine Gerechtigkeit für Ibrahima und alle andere Betroffene von Polizeigewalt geben bis die Bedingungen abgeschafft werden, die deren Tod möglich gemacht haben.

Wir kämpfen weiter für Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen!

Wir müssen unsere Kämpfe verbinden. Denn für Gerechtigkeit für eine*n Betroffene*n von tödlicher Polizeigewalt zu kämpfen, heißt für alle zu kämpfen!

2023

In Gedenken an Ertekin Özkan

23.12.2023, Mannheim

Initiative Hogir Alay

04.11.2023, Kusel

Was ist mit Hogir passiert?
Wir fordern Aufklärung!

Hogir Alay (24) stellte im Februar 2023 in Deutschland einen Asylantrag und wurde in der Geflüchtetenunterkunft in Kusel untergebracht. Dort prägten seinen Alltag Übergriffe durch Sicherheitspersonal, ständige Zimmerverlegungen, unterlassene Hilfeleistungen von Heimleitung, Sozialarbeiter*innen und Dolmetscher*innen sowie Verantwortungsverlagerungen des BAMF.

Im Oktober 2023 verschwand Hogir spurlos. Seine letzten Worte an seinen Vater lauteten: „Wenn ich nicht mehr leben sollte, dann sind sie schuld und mitverantwortlich.“

„Wir kritisieren besonders das ORS-Unternehmen, das hinter den beiden Subgesellschaften der Unterkunft steht: Es trägt maßgebliche Verantwortung für das Versagen der Schutz- und Betreuungssysteme und darf dennoch weiterhin Unterkünfte in Berlin betreiben, obwohl auch dort ein Todesfall unentdeckt blieb. Diallo, geflüchtet aus Guinea, lag mehrere Wochen tot in seinem Zimmer in Berlin-Pankow, der Sozialdienst hatte wochenlang nicht nach ihm geschaut. Dieses Unternehmen hat systematisch versagt, das Leben der Geflüchteten zu schützen, und versucht offenbar, Vorfälle zu vertuschen.“

Eure Spenden könnt Ihr auf das folgende Konto überweisen:

Spendenkonto: Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V.
IBAN: DE73430609671202634701
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Spende Aufklärung für Hogir Alay

Kontakt: initiative_hogir_alay@yahoo.com

Weitere Informationen: Penar Ger

In Gedenken an Vitali Novacov

11.04.2023, Brandenburg

In Gedenken an Denys P.

23.01.2023, Berlin JVA Tegel

In Gedenken an Mamadou B. alias Johnson

03.01.2023, Braunschweig

2022

In Gedenken an Kupa Ilunga Medard Mutombo

06.10.2022, Berlin

Solidaritätskreis Mouhamed Lamine Dramé

08.08.2022, Dortmund

Am 08.08.wurde der 16-jährige Mouhamed Lamine Dramé in der Dortmunder Nordstadt erschossen. Der Jugendliche befand sich in einer tiefen psychischen Krise, die im Zusammenhang stehen mit der Erfahrung seiner Flucht aus dem Senegal nach Deutschland, mit den konkreten Grenzregimen in der Festung Europa, mit dem Versagen deutscher Behörden im Zuge der Aufnahme Fürsorge zu leisten, mit dem Versagen von psychiatrischer und medizinischer Hilfe. Er landete zufällig und allein in der Wohngruppe einer Jugendhilfeeinrichtung. Seine Betreuungspersonen riefen die Polizei, weil sie berechtigte Sorge hatten, dass Mouhamed sich selbst das Leben nimmt. 

Als die Polizei eintraf, saß Mouhamed allein im Hinterhof der Jugendhilfeeinrichtung und hielt sich ein Messer an den Bauch. Die Polizei griff ihn in einem Großaufgebot nachweislich OHNE Bedrohung seinerseits und ohne Vorwarnung mit Pfefferspray und Taser (Elektroschocker) an. Als er dann geblendet und angegriffen aufstand, erschossen sie ihn mit einer Maschinenpistole. 

Für uns ist das Mord an einem verzweifeltem und schutzbedürftigen Jugendlichen. Es ist eine grundlose und sinnlose Tötung. Wir fordern daher Aufklärung darüber, wie so etwas passieren kann. Wir fordern Gerechtigkeit für Mouhamed und seine Familie!

Das bedeutet JUSTICE4MOUHAMED.

Spendenaufruf: Familie Dramé weitere Prozessteilnahme ermöglichen

Website: Justice4Mouhamed

In Gedenken an Jozef Berditchevski

03.08.2022, Köln

Solikreis Biriq

02.08.2022, Frankfurt am Main

In Gedenken an Amin Farah, von Freund*innen Biriq genannt.
Am 02.08.2022 in Frankfurt a.M. von der Polizei erschossen!

Am 02. August 2022 wurde Amin Farah – von seinen Freund*innen Biriq genannt – von der Polizei im Frankfurter Bahnhofsviertel erschossen.
Wir sind solidarische Menschen, die sich 2024 zum Solikreis Biriq zusammengeschlossen haben, um Biriqs Bruder bei seiner Forderung nach Aufklärung und Gerechtigkeit zu unterstützen.
Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im letzten Sommer eingestellt. Biriqs Bruder hat aus Somalia Beschwerde gegen diese Einstellung eingereicht. Diese wurde im Februar 2025 abgewiesen.
Wir wollen weiter Biriqs Bruder im Kampf um Gerechtigkeit und Aufklärung für Biriq unterstützen.
Im März 2025 haben wir nun die Klageerzwingung eingereicht, um das Gericht zu zwingen, sich mit den
Umständen von Biriqs Tod auseinanderzusetzen. Dadurch kommen in nächster Zeit hohe Kosten auf uns zu. Deshalb: Teilt und verbreitet diesen Post und bleibt aktiv. Wir sind auf eure Unterstützung angewiesen um weiter für Aufklärung und Gerechtigkeit zu kämpfen.
Justice for Biriq!

Spendenkampagne: Justice for Biriq – Spendenaktion für Amin Farah

Solidaritätskreis Bilel

03.06.2023, Herford

In den Morgenstunden vom 03.06.2023 wurde der damals 19-jährige Bilel aus Herford von der Polizei in einer Sackgasse mit 34 Schüssen beschossen. Von 13 anwesenden Polizist*innen schossen 6 und trafen Bilel mindestens 8 mal. 6 Kugeln mussten in komplizierten Operationen unter anderem aus seinem Schädel, Hals und Rücken entfernt werden. Bilel ist seitdem querschnittsgelähmt. 

Was ist der Grund für die Gewalt, die er erfahren hat? Bilel ist angeblich ohne Licht mit dem Auto gefahren, woraufhin eine zivile Streife ihn kontrollieren wollte. Er habe sich einer Verkehrskontrolle entzogen, indem er davon gefahren sei. Dabei schlossen sich vier weitere Polizeifahrzeuge an. Die gesamte Situation endet, als Bilel in eine Sackgasse fährt, von insgesamt 5 Fahrzeugen der Polizei umstellt wird  und sechs der 13 anwesenden Polizist*innen entscheiden 34 Mal auf ihn und das Auto zu schießen. Sie geben an, aus Notwehr gehandelt zu haben.

Website: Solidaritätskreis Bilel

Spendenaufruf: Dramatische Folgen durch 34 Polizeischüsse

Justice for Bilal Jaffal

19.05.2022, Chemnitz

JUSTICE FOR BILAL JAFFAL! Geflüchtet. Isoliert. Gestorben.

Kundgebung, 3. Juni 2022, 18 Uhr, Roter Turm, Chemnitz

Bilal Jaffal ist in der Nacht auf den Donnerstag, den 19.05.2022, in der Geflüchteten-Unterkunft auf der Annaberger Straße gestorben. Nach einer Auseinandersetzung am Schlossteich erlitt er Verletzungen am Kopf und ist in der gleichen Nacht von uns gegangen. Seine Familie und seine Freunde sind tief erschüttert und fordern die Aufklärung seiner Todesumstände und dass die Verantwortlichen ermittelt werden!
Wir fordern Aufklärung und Gerechtigkeit für Bilal Jaffal! Wir fordern schnelle Ermittlungen durch die Polizei! Die Täter, die Bilal verletzt haben, müssen gefasst werden und die Mitarbeiter des Camps müssen Rechenschaft ablegen, warum Bilal nicht ins Krankenhaus gebracht wurde! Kommt zu unserer Kundgebung, um Bilal zu gedenken und die Forderungen seiner Familie und Freunde laut zu machen! Wir fordern eine menschenwürdige Unterbringung für alle Geflüchteten und eine echte Chance auf eine lebenswerte Zukunft in Deutschland!

Initiative 2. Mai, Gerechtigkeit für Ante P.

02.05.2022, Mannheim

Wir gedenken eines Mannes mit kroatischen Wurzeln, der am 2. Mai 2022 bei einem Einsatz der Polizei in Mannheim getötet wurde.

Ein Arzt des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit hatte die Polizei verständigt, weil einer seiner Patienten die Einrichtung ohne vorherige Rücksprache verlassen hatte und möglicherweise Hilfe brauchte. Zwei Beamte und der Arzt machten sich dann auf die Suche nach dem Mann. Vom darauffolgenden Geschehen berichtet die Polizeimeldung, dass der Mann „Widerstand“ geleistet habe, „plötzlich kollabierte“ und „aus bislang unbekannter Ursache“ reanimiert werden musste.

Videos vom Tathergang zeigen, wie die Polizeikräfte dem 47-Jährigen mit Pfefferspray besprühten, ihm durch Fausthiebe starkes Nasenbluten verursachten, ihn bäuchlings zu Boden warfen auf ihm knieten. Sie versetzten ihm brutale Faustschläge gegen den Kopf. Anschließend sollen dem Mann Handschellen angelegt worden sein.

Er verstarb noch am selben Tag in der Mannheimer Universitätsklinik. Laut einem Gutachten, das die Mannheimer Staatsanwaltschaft zur Feststellung der Todesursache beauftragt hatte, war die Todesursache eine „lage- und fixationsbedingten Atembehinderung“ und daraus folgende „Stoffwechselentgleisung“ sowie „Ersticken durch eine Blutung in die oberen Atemwege“.

Ende 2022 erhob die Staatsanwaltschat Mannheim gegen die zwei am Einsatz beteiligten Polizeibeamten Angklage wegen Köperverletzung im Amt mit Todesfolge bzw. fahrlässiger Tötung durch Unterlassen. Seit dem 12. Januar 2024 läuft vor dem Landgericht Mannheim ein Strafprozess gegen zwei an dem Einsatz beteiligte Polizeibeamte. Die Anklage wirft ihnen Körperverletzung mit Todesfolge im Amt vor. Die solidarische Initiative 2. Mai begleitet den Prozess. 

Website: Initiative 2. Mai

Justice for Johanna de Souza

22.04.2022, München

Wir gedenken Johanna de Souza, die am 22. April 2022 infolge einer psychiatrischen Zwangsbehandlung in einem Münchner Krankenhaus starb. Sie wurde 34 Jahre alt.

Johanna de Souza hatte sich zunächst freiwillig wegen persönlicher Probleme in stationäre Behandlung begeben. In der Klinik bekam sie Medikamente, die schwere Nebenwirkungen verursachten. Sie war nicht zufrieden mit der Behandlung und beschwerte sich mehrmals. Tagelang wurde sie an ihr Bett gefesselt, ihrer Mutter wurde der Besuch bei ihr verweigert, einmal drohte eine Ärztin sogar, die Polizei zu rufen, wenn die Mutter die Klinik nicht verlasse.

Am 22. April soll Johanna de Souza plötzlich in der Toilette kollabiert sein. Sie wurde unter Reanimation in eine Herzklinik verlegt, wo Ärzt:innen wenig später ihren Tod feststellten. Die Mutter von Johanna de Souza erfuhr davon nur indirekt über die deutsche Frau ihres Cousins, mit deren Hilfe sie am Tag zuvor versucht hatte, bei der psychiatrischen Klinik zu intervenieren.

Laut Obduktion soll Johanna de Souza an einem Herzinfarkt gestorben sein. Aufgrund der Feststellung einer „natürlichen Todesursache“ wurden keine Ermittlungen zu den Todesumständen durchgeführt. Die Familie von Johanna de Souza kämpfte wochenlang für eine zweite, unabhängige Obduktion. Die Behörden drohten jedoch mehrfach eine Zwangsbestattung an, weshalb die Familie sich schließlich gezwungen sah, die Beerdigung zu planen. Johanna de Souza wurde am 29. Juli 2022 beigesetzt.

Freund:innen beschreiben Johanna de Souza als fröhlichen und lebendigen Menschen und sind schockiert über ihren plötzlichen Tod.

Petition: Johanna de Souza: Ihr plötzlicher Tod wirft Fragen auf, wir fordern Aufklärung!

2021

In Gedenken an Georgios Zantiotis

01.11.2021, Wuppertal

Wir gedenken Georgios Zantiotis, der am 1. November 2021 infolge eines Polizeieinsatzes in Wuppertal starb. Er war 24 Jahre alt.

Am frühen Morgen des 1. Novembers wurde Georgios Zantiotis festgenommen. Mehrere Polizeibeamt:innen brachten ihn brutal zu Boden und hielten ihn für längere Zeit in Bauchlage fest. In einem Video von dem Vorfall ist zu hören, dass die anwesende Schwester von Georgios Zantiotis laut gegen dieses Vorgehen protestierte. Anschließend brachten die Beamt:innen Georgios Zantiotis zur Polizeiwache. Angeblich soll er dort bei einer zwangsweisen Blutentnahme plötzlich kollabiert sein. Wiederbelebungsversuche seien gescheitert.

Erst am 6. November 2021 und auf vielfache Nachfrage hin wurde die Öffentlichkeit über diesen Todesfall informiert. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal behauptet, sie habe das Geschehen nicht für „medienrelevant“ gehalten. Außerdem streute sie die Nachricht, der Tod des jungen Mannes stehe nicht mit dem Verhalten der Polizei in Zusammenhang. Vielmehr gebe es Hinweise, dass der Konsum von Drogen zu seinem Tod geführt habe.

Eine von seiner Familie in Auftrag gegebene unabhängige Obduktion zeigt jedoch, dass Georgios Zantiotis zum Zeitpunkt seines Todes nicht unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stand. Stattdessen wurden an seinem Körper zahlreiche Verletzungen und Einblutungen gefunden.

Ermittlungen der Polizei Hagen zur Todesursache wurden nach rund zwei Monaten ergebnislos eingestellt. Die Familie von Georgios Zantiotis und mehrere Initiativen kämpfen jedoch weiter für Aufklärung. Die Familie von Georgios Zantiotis hat mittlerweile Klage gegen die Wuppertaler Polizei eingereicht.

In Gedenken an Kamal Ibrahim

03.10.2021, Stade

In Gedenken an Elyas H.

07.09.2021, bei Brandenburg

In Gedenken an Abdul I.

24.08.2021, Groß-Gerau

In Gedenken an Soner A.

22.06.2021, Frankfurt a.M.

In Gedenken an Omar K.

28.05.2021, Hamburg

In Gedenken an Sivan

12.03.2021, Weil im Schönbuch

Justice for Qosay Kalaf

06.03.2021, Delmenhorst

Wir gedenken Qosay Sadam Khalaf, der am 6. März 2021 in Delmenhorst nach einer gewaltsamen Festnahme durch die Polizei starb. Er wurde 19 Jahre alt.

Der Yezide Qosay Sadam Khalaf wurde am 5. März unter Einsatz von Pfefferspray und Schlägen inhaftiert, nachdem er versucht hatte, vor einer Drogenkontrolle zu fliehen. Bei der Festnahme sagte er, er bekomme schlecht Luft und fragte nach Wasser. Ihm wurde jede Hilfe verwehrt, offenbar auch von den hinzugerufenen Sanitäter:innen. Diese und die Polizei behaupten später, Qosay habe die Hilfe abgelehnt. Dem widerspricht ein Zeuge.

In Gewahrsam brach er zusammen und wurde in ein Krankenhaus verlegt, wo er einen Tag später starb.Unter den Jugendlichen in Delmenhorst ist bekannt, dass Festgenommene in Gewahrsam verprügelt werden. Qosays Angehörige vermuten, dass dies zu seinem Tod führte. Aufgrund einer ersten Obduktion schloss die Staatsanwaltschaft Fremdverschulden als Todesursache vorerst aus. Eine von der Familie beim Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) privat in Auftrag gegebene zweite Obduktion stellt als Todesursache „sauerstoffmangelbedingtes Herzkreislaufversagen“ fest. Auch werden „Zeichen intensiver stumpfer und schürfender Gewalteinwirkungen gegen Kopf, Rumpf und Extremitäten“ festgestellt, die in ihrer Gesamtheit einer körperlichen Auseinandersetzung, z.B. der FestnahmeSituation zugeordnet werden können.

Die Ermittlungen gegen die diensthabenden Polizist:innen und die Sanitäter:innen wurden schon Mitte Mai bzw. Anfang Juni 2021 eingestellt. Die Familie von Qosay Sadam Khalaf legte Widerspruch gegen die Einstellung der Ermittlungen ein. Sie versucht nun, mit einem Klageerzwingungsverfahren weitere Ermittlungen zu erreichen.

2020

In Gedenken an Ferhat Mayouf

23.07.2020, JVA Moabit

In Gedenken an Mamadou Alpha Diallo

19.06.2020, Twist

In Gedenken an Mohamed Idrissi

18.06.2020, Bremen

Wir gedenken Mohamed Idrissi, der am 18. Juni 2020 in Bremer Stadtteil Gröpelingen durch einen Polizisten erschossen wurde. Er war 54 Jahre alt.

Mohamed Idrissi hatte viele Jahre in Gröpelingen gelebt. Als Teil einer psychischen Erkrankung entwickelte er starke Ängste, die ihn in seinem Alltag beeinträchtigten. Trotzdem hatte er ein gutes Verhältnis zu seinen Nachbar:innen. Zur Unterstützung bekam er einen Wohnbetreuer.

Idrissi hatte in seiner Wohnung einen größeren Wasserschaden verursacht. Am 18. Juni 2020 veranlasste die Hausverwaltung eine Wohnungsbegehung. Es sollte festgestellt werden, ob die durch das Wasser beschädigte Elektrik eine Gefahr für Idrissi oder anderer Mieter:innen darstellte. Die Hausverwaltung hatte Idrissis Betreuer informiert und dieser das Krisenteam des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SpD) eingeschaltet. Dieses wiederum rief routinemäßg die Polizei. Die Polizei traf als Erste an der Wohnung Idrissis ein. Anstatt aber auf das Krisenteam des SpDs zu warten, zwangen die Beamt:innen Idrissi – ohne Rechtsgrundlage – aus seiner Wohnung. Videoaufnahmen von Anwohner:innen zeigen, dass Idrissi auf der Straße von Polizist:innen mit gezogenen Waffen umzingelt und in die Enge gedrängt wurde. Idrissi zeigte einen Gegenstand – der sich als Messer herausstellte. Die Beamt:innen eskalieren die Situation, indem sie Idrissi anschrien. Ein Beamter besprühte Idrissi mit Pfefferspray. Dieser versuchte daraufhin wegzurennen. Der selbe Beamte schoss daraufhin Idrissi in die Brust.

Die Videoaufnahmen zeigen auch, dass die Beamt:innen keinerlei erste Hilfe leisteten, sondern den Verblutenden fesselten und auf dem Boden liegen ließen, bis der Krisendienst und eine zweite Streife eintrafen. Zu dem Zeitpunkt war alle Hilfe zu spät: Mohamed Idrissi stirbt an seinen Verletzungen.

Angehörige und Freunde von Mohamed Idrissi kämpfen seitdem um Aufklärung und Gerechtigkeit. Ein erstes Strafverfahren gegen die Polizist:innen wurde durch die Staatsanwaltschaft eingestellt. Im Januar 2021 erzwang die Tocher Idrissis durch neues Beweismaterial die Wiederaufnahme des Verfahrens. Bis heute bleibt es ohne Ergebnis.

In Gedenken an Sailou Hydara

03.06.2020, JVA Mannheim

In Gedenken an Mariusz K.

27.03.2020, JVA Tegel

In Gedenken an Mohamed S.

15.02.2020, JVA Tegel

In Gedenken an Mehmet B.

05.01.2020, Gelsenkirchen

2019

Justice for Aman Alizada

17.08.2019, Stade

Am 17.08.2021 ist es zwei Jahre ist her, dass der 19-jährige Aman Alizada durch Schüsse aus der Pistole eines Polizeibeamtin getötet wurde. Und noch immer sind die Umstände dieses tödlichen Einsatzes nicht aufgeklärt.

Für den Flüchtlingsrat, die Bürgerinitiative Menschenwürde im Landkreis Stade und die Initiative zur Aufklärung des Todes von Aman Alizada ist der zweite Jahrestages des gewaltsamen Todes des afghanischen Geflüchteten Anlass, erneut schonungslose Aufklärung über die Umstände des tödlichen Polizeieinsatzes zu fordern. Sie erwarten, dass der Fall zur Anklage und damit vor Gericht gebracht wird. Die Staatsanwaltschaft Stade hatte bereits frühzeitig den Tod des Jugendlichen durch die Hand eines Polizeibeamten mit der Feststellung, dass es sich um „glasklare Notwehr“ gehandelt habe, ad acta legen wollen und die Polizei ohne gerichtliches Verfahren von jeglichem möglicherweise strafbaren Handeln freisprechen wollen. Angesichts der bekannten Fakten ist es vollkommen absurd, dass die Staatsanwaltschaft in Stade zu der Feststellung kommt, der Polizist habe in „glasklarer Notwehr“ gehandelt“.

Die bekannten Fakten drängen ganz andere Schlüsse auf: Demnach hat die Polizei die Situation eskaliert und sich der Beamte, der die tödlichen Schüsse abgab, selber ohne Notwendigkeit in eine Situation gebracht, in der er Aman Alizada direkt gegenüber stand und diese möglicherweise tatsächlich als bedrohlich empfand. Ein forensisches Schusswinkel-Gutachten legt allerdings nahe, dass Aman Alizada überhaupt nicht in einer Angriffsposition war, als er erschossen wurde. Außerdem bleibt die grundsätzliche Frage unbeantwortet, ob selbst bei einer Notwehrhandlung fünf Schüsse abgegeben werden müssen, die dann z.T. auch noch tödlich waren.

In Gedenken an Sadnia Rachid

20.07.2019, Erfurt

Gerechtigkeit für Adel B.

18.06.2018, Essen

Wir gedenken Adel B., der am 18. Juni 2019 in Essen Altendorf von der Polizei durch eine geschlossene Tür erschossen wurde. Zuvor hatte der 32-jährige die Polizei nach deren Angaben selbst gerufen und angekündigt, sich umbringen zu wollen.

Als die Polizei in Altendorf ankam, befand sich Adel B. auf der Straße. Die Beamt:innen umzingelten ihn. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung. Adel B. telefonierte währenddessen mit seiner Lebensgefährtin. Nach einiger Zeit teilte Adel B. den Polizist:innen mit, dass er keine Suizidabsichten mehr habe und machte sich auf den Nachhauseweg. Die Beamt:innen verfolgten ihn. Er erreichte seine Wohnung, betrat diese und schloss die Tür hinter sich. Kurze Zeit später wurde er erschossen.

Die Polizei behauptete zunächst, von Adel B. mit einem Messer angegriffen worden zu sein. Ein später aufgetauchtes Video beweist jedoch, dass Adel B. die Tür bereits hinter sich verschlossen hatte und ein Polizist erfolglos versuchte, diese mit einem Tritt zu öffnen, bevor der Schuss durch die Glasscheibe der Tür fiel.

Die Polizei löschte das Video von dem Smartphone des Zeugen. Der Beweis für das Vorgehen der Polizei kam nur an die Öffentlichkeit, weil es automatisch in einer Cloud gespeichert worden war. Trotzdem stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die eingesetzten Beamt:innen mit Verweis auf Notwehr ein.

William Tonou-Mbobda

26.04.2019, Hamburg

Am 26. April 2019 starb der 34-jährige BWL-Student William Tonou-Mbobda aus Kamerun nach einer Zwangsfixierung im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Er hatte psychische Probleme und sich freiwillig in die Klinik begeben. Als er die Einnahme eines Medikaments verweigerte, fixierte ihn der Sicherheitsdienst des UKE gewaltsam. Er brach zusammen und starb fünf Tage später. Augenzeug*innen schilderten ein brutales Vorgehen der Sicherheitsleute. Ein Mitarbeiter des UKE berichtete, Angestellte des Wachdienstes seien im Vorfeld durch rassistische Äußerungen aufgefallen. Die Ermittlungen zum Tod William Tonou-Mbobdas wurden eingestellt. Die Initiative „Justice For Mbobda“ und Aktivist*innen der „Black Community Hamburg“ fordern weitere Aufklärung seiner Todesumstände.

Justice 4 Rooble

25.02.2019, Schweinfurt

Im Februar 2019 starb der 22-jährige Rooble Warsame in Polizeigewahrsam in Schweinfurt, Bayern. Die offizielle Erklärung der Polizei lautet: Selbstmord. Doch bis heute bleiben grundlegende Fragen unbeantwortet:

  • Was führte überhaupt zu Roobles Verhaftung?
  • Warum wird der Tod eines Menschen in Polizeigewahrsam nicht gründlich und unabhängig untersucht – insbesondere, wenn es erhebliche Widersprüche gibt?
  • Warum gibt es keine Konsequenzen, wenn Menschen unter staatlicher Aufsicht sterben?

Wir, Roobles Familie, Freund*innen und Unterstützer*innen, glauben nicht an suizidale Todesumstände. Wir glauben an die Wahrheit – und kämpfen dafür, dass sie ans Licht kommt. Denn eines steht fest: Der Tod in Polizeigewahrsam ist kein Einzelfall.

Spendenkampangne: Justice for Rooble Warsame – Support Our Campaign

Website: Justice 4 Rooble

In Gedenken an Aristeidis L.

12.01.2019, Berlin

2018

Initiative Amed Ahmad

29.09.2018, JVA Kleve

Wir gedenken Amed Ahmad, der am 29. September 2018 an den Folgen schwerer Brandverletzungen starb. Am 13.10.2018 wurde er in Bonn beerdigt. Er war 26 Jahre alt.

Am 17. September 2018 brannte seine Zelle in der JVA Kleve. Warum das Feuer ausbrach, ist bis heute ungeklärt. Hilferufe von Amed Ahmad wurden ignoriert.

Der Kurde war aus Syrien nach Deutschland geflüchtet. Er saß über zwei Monate zu Unrecht im Gefängnis, seine Verhaftung war angeblich die Folge einer Verwechslung. Obwohl dieser Irrtum offensichtlich war, wurde er erst aufgeklärt, als Amed Ahmad schon im Sterben lag. Trotz vieler Widersprüchlichkeiten und offener Fragen hinsichtlich der Verantwortung der zuständigen Behörden und Beamt:innen stellte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren 2019 ein.

In Gedenken an Mahmood J.

30.05.2018, Flensburg

In Gedenken an Faraidun Salam Aziz

01.05.2018, Apolda

In Gedenken an Matiullah Jabarkhil

13.04.2018, Fulda

In Gedenken an Bekir B.

01.03.2018, Neubrandenburg

2017

2016

In Gedenken an Katip Arslan

19.04.2016, Emmerich am Rhein

In Gedenken an Dominique Koumadio

1.04.2016, Dortmund

Am 14.04.2006 wurde der 23-jährige Kongolese Dominique Kouamadio von einem Polizisten in Dortmund erschossen. Ein Schuss traf direkt Dominiques Herz. Die Staatsanwaltschaft hat die Handlung des Polizisten als Notwehr eingestuft und die Akten bereits geschlossen. Die Schwester von Dominique, die Familie und viele andere Menschen glauben, Dominique hätte nicht sterben müssen. Viele vermuten, wäre Dominique nicht aus Afrika und schwarzer Hautfarbe, würde er noch leben.

2015

In Gedenken an Laye Condé

07.01.2015

2001-2004 Laye Condé lebt in einer Sammelunterkunft für Geflüchtete am Stadtrand Bremens. Seine Mitbewohner und Freunde beschreiben ihn als einen ruhigen, politisch interessierten Menschen. Er unterliegt einem Arbeitsverbot und darf Bremen nicht ohne schriftliche Erlaubnis der Ausländerbehörde verlassen.

2004 Am Abend des 27. Dezember wird Laye Condé von zwei Neustädter Polizisten im Viertel festgenommen und ins Polizeigewahrsam verschleppt. Dort unterzieht ihn der Arzt Igor V. unter Mithilfe der beiden Polizisten einer qualvollen Brechmitteltortur: Über sieben Liter Brechsirup und Wasser werden ihm gegen seinen Willen über eine Magensonde durch die Nase eingeflößt. Auch nachdem Laye Condé bereits ins Koma gefallen ist, wird die Folter weiter vollzogen, da Arzt und Polizisten von einer Simulation überzeugt sind. Erst nach über zwei Stunden wird Laye Condé in ein Krankenhaus eingeliefert, wo ein Lungenödem und eine Hirnschädigung festgestellt werden.

2005 Am 7. Januar stirbt Laye Condé im Bremer St. Joseph-Stift an „celebraler Hypoxie als Folge von Ertrinken nach Aspiration bei forciertem Erbrechen“. Laye Condé wurde staatlicherseits durch die gewaltvolle Vergabe von Brechmitteln ertränkt.

Seit 2006 Zum Todestag von Laye Condé finden jährlich öffentliche Gedenkveranstaltungen in Bremen statt.

Website: Brechmittelfolter Bremen

2011

In Gedenken an Christy Schwundek

19.05.2011, Gallus bei Frankfurt am Main

Am 19.05. 2011 wurde die damals 39-Jährige nigerianische Deutsche in Gallus bei Frankfurt am Main von einer Polizistin erschossen.

Christy Schwundeck war zu dem Zeitpunkt erwerbslos und hatte nach einem Vorschuss auf ihr Arbeitslosengeld im Jobcenter gefragt. Dort wurde ihr Anliegen abgelehnt und sie weigerte sich, das Büro zu verlassen. Der Mitarbeiter des Jobcenters rief den Wachdienst und die Polizei. Dort eskalierte die Situation. Nach einer Auseinandersetzung, bei der einer der beiden Polizist*innen mit einem Messer verletzte wurde, forderte die andere Polizistin sie auf, das Messer fallen zu lassen. Als Schwundeck dieser Aufforderung nicht nachkam, schoss die Polizistin auf Christy Schwundeck. Sie starb an ihren Verletzungen. Das Verfahren gegen die Polizistin wurde schnell eingestellt, da die Staatsanwaltschaft von Notwehr ausging, obwohl mehrere Zeugenaussagen zum Ablauf widersprüchlich waren.

2005

Initiative in Gedenken an Oury Jalloh

07.01.2005, Dessau

Website: Break the Silence

2001

In Gedenken an Achidi John

12.12.2001

Am 12. Dezember 2001 starb der 19-jährige Nigerianer Michael Paul Nwabuisi, der sich Achidi John nannte, an Händen und Füßen gefesselt bei einem unter Beteiligung von fünf Polizeibeamten zwangsweise durchgeführten Brechmitteleinsatz im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE). Durch die Verabreichung von Brechmittel sollten auf Anweisung des damaligen Innensenators Olaf Scholz vermeintlich verschluckte Drogen bei mutmaßlichen Dealern sichergestellt werden. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte stufte diese Praxis 2006 als Folter ein. 90 Prozent der betroffenen Menschen waren Schwarz. Der Tod von Achidi John wurde nie gerichtlich aufgearbeitet, die Ermittlungen wurden eingestellt. Angehörige, Freund*innen und Aktivist*innen der Initiative in Gedenken an Achidi John fordern seit Jahren eine Aufarbeitung und einen Gedenkort am UKE für die Opfer von Brechmitteleinsätzen.